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Photography, Prosperity

365 Tage

La Viaggiatrice
La Viaggiatrice

10. April 2026

Ein Jahr lang habe ich auf Instagram etwas getan, worin ich mich persönlich nicht sonderlich wohl fühle. Ich wandelte meinen privaten Account in einen sogenannten Creator-Account um. Damit waren alle meine Aufnahmen und Videos öffentlich einsehbar. Ich hatte Zugriff auf diverse Statistiken, bekam Tipps von Meta, wie ich meine Reichweite (vermeintlich) steigern könne. 365 Tage lang probierte ich diverse Formate aus, plante meine Posts, Reels und Stories im Voraus und beobachtete ganz unterschiedliche Entwicklungen. Sowohl auf meinem Account als auch bei mir persönlich. Meinen Account schaltete ich nach Ablauf dieses Beobachtungszeitraums wieder (vorläufig) auf „privat“. Die Gründe hierzu erläutere ich später.

Faszinierende 365 Tage

Für mich persönlich waren es 365 sehr lehrreiche Tage. Auch wenn ich zuvor beruflich durchaus mit Business-Accounts und Creator-Accounts zu tun hatte und wusste, welche Marker für ein organisches Wachstum oder eben für eine höhere Reichweite von Bedeutung sein würden. Man lernt nicht aus und wird dauernd auf Trap gehalten, weil sich die Relevanz der Kennzahlen oder eben auch mal die Posting-Formate ändern können. Einfach mal so. Okay, dann dealen wir halt with it. Ist ja nur unsere Lebenszeit. Nicht wahr? Oh, du warst gerade beschäftigt, dich über mein Denglisch aufzuregen? Gut, Ziel erreicht. Denn genau das beschreibt gerade sämtliche Inhalte auf Instagram ganz gut. Etwas später äußere ich mich auch zum Phänomen Ragebait. Aber zuerst einmal ein paar nüchterne Daten und Fakten.

🎯 Ziel der Umstellung

Nachdem sich immer mehr Personen aus meinem persönlichen Umfeld von Instagram abgemeldet haben, wollte ich trotzdem dem Netzwerk erhalten bleiben. Weiterhin ruhigen Content erstellen. Zeigen, dass die Welt da draußen doch schön sein kann und es die kleinen Freuden sind, die einen täglich aufbauen können. Nicht influencen (das passt so überhaupt nicht zu mir). Stattdessen eher etwas zeigen, inspirieren, gleichzeitig Ruhe bewahren und Interessierte binden. Ich überlegte, ob ich als Creator nicht vielleicht etwas mehr erreiche, wenn ich meine Beiträge öffentlich zur Verfügung stelle. Vielleicht suchen mehr Personen nach ruhigem Content. Also definierte ich mir diverse Rahmenbedingungen und Ziele.

  • Rahmenbedingungen:
    • 3 Mal pro Woche posten (vorzugsweise Karusselle, gelegentlich Reels, Stories nach Bedarf).
    • Um konzentrierter an das Vorhaben herangehen zu können, habe ich die Beiträge über die Meta Business Suite geplant.
    • Nicht kopflos posten, sondern Content, der zu den Themen nachhaltiges Reisen und Fotografie passt.
    • Wo es sinnvoll ist, Call-to-Actions (CTAs) einbinden.
  • Ziele:
    • Mehr Interessierte erreichen und binden.
    • Erhöhung der Reichweite.
    • Sichtbarkeit meiner Website(s) steigern.
    • Durch gezielte CTAs Interaktionen generieren.
    • Optional (die Kirsche auf die Sahnetorte): Eine Kooperation.

✅ Wachstum: Mehr Interessierte in 365 Tage

Der beste und hilfreichste Tipp, den ich im Zusammenhang mit dieser Kennzahl erhalten habe, war: „Schau nicht so genau darauf und mache dich deswegen schon gar nicht verrückt.“ Gut, Danke hierfür. Dass mich diese Kennzahl zwischenzeitlich nicht doch etwas in den Wahnsinn getrieben hat, sei dahin gestellt. Gerade zu Beginn beobachtete ich nämlich einen kleinen Rückschritt. Später freute ich mich umso mehr, dass meine Inhalte doch immer mehr Personen so interessierte, dass sie meinem Profil folgten. Mit dem Ende meines Beobachtungszeitraums sieht man eine leichte Stagnation. Das Motto „Don’t consume. Create!“ scheint insgesamt aufzugehen. Auch für einen sehr kleinen Account.

Ursache und Wirkung

Zu diesen Beobachtungen gehören allerdings ein paar andere Wahrheiten dazu: Die Anzahl der Interessierten erhöhte sich dann vermehrt, wenn ich im analogen Leben an Meetings und Vernetzungstreffen teilnahm. Zudem bin ich ein Fan von „Follow-to-Follow“: Wenn ich sehe, dass mir eine Person folgt, die ebenfalls guten Content macht und meinen Horizont dadurch erweitert, dann folge ich dieser Person ebenfalls. Unterstützung darf niemals eine Einbahnstraße sein. In der heutigen Zeit, einer viel zu lange andauernden Phase der Egozentrik, Tatsachenverweigerung und des überbordenden Opportunismus, kann man ehrlich gemeinten, gegenseitigen Respekt nicht hoch genug schätzen. Grundsätzlich würde ich festhalten, dass ich das Ziel, mehr Interessierte auf mich aufmerksam zu machen, vorläufig erreicht habe. Wie es um die mittel- bis langfristige Bindung bestellt ist, werden die nächsten Monate zeigen.

✅ Reichweite

Die Kennzahl, die wohl am meisten Faszination in mir ausgelöst hat, ist die der Reichweite. Und gleich vorweg: Auch hier habe ich das Ziel erreicht. Eindeutig. Man sieht zwar eine schwankende Reichweite, aber insgesamt hatte sie sich von Beginn weg enorm erhöht. Diese Zahl sollte bis zur Privatschaltung meines Profils durchgehend um ein vielfaches höher sein, als die Personen, die mir tatsächlich folgten. Die Spitzen in der Reichweite meiner Beiträge und Stories sind relativ schnell erklärt: Sobald ich auf Veranstaltungen war oder Aufnahmen mit einem getaggten Profil geteilt habe, hat sich die Reichweite erhöht. Noch mehr erhöht hat sie sich, als diese getaggten Profile meine Inhalte ebenfalls auf ihrem Profil teilten. Und an diesem Beispiel sieht man ganz schön: Wenn man sich gegenseitig unterstützt, dann kann man gemeinsam viel mehr Personen erreichen. In dieser Hinsicht waren die letzten 365 Tage fast schon wie ein Rausch und zugleich ein wenig bedrückend, weil das Prinzip des gemeinsamen Teilens nicht bei allen angekommen zu sein scheint.

Evaluierung der weiteren Ziele

Gleich vorweg: Eines der 3 weiteren Ziele, die ich mir gesetzt habe, konnte ich nicht in der Form erreichen, wie ich es mir vorgenommen habe. Das ist okay und gehört dazu. In diesem Abschnitt möchte ich euch eine kleine Zusammenfassung meiner Beobachtungen präsentieren.

✅ Interaktionen durch CTAs generieren

Wenn ein Tipp im riesengroßen Pool der Instagram-Tipps stimmt, dann jener, das Call-to-Actions die Interaktionen zum Beitrag erhöhen. Dabei kannst du bspw. mit einer weiterführenden Frage eine kleine Diskussion zur Thematik anstoßen. Mich haben die Kommentare unter meinen Beiträgen sehr gefreut, weil sie manchmal völlig unterschiedlich waren. Und es hat mir gezeigt, wie divers die Personen sind, mit denen ich zu tun habe. Ich feiere euch so ab! Danke!

✅ Steigerung der Sichtbarkeit meiner Website(s)

Mit zunehmender Auseinandersetzung mit meiner Selbstständigkeit wollte ich meine Sichtbarkeit außerhalb der sozialen Netzwerke erhöhen. Der Sinn dahinter war, tiefergehende Analysen und Beiträge zu meiner Arbeit anzubieten, um das Verständnis meiner Denk- und Arbeitsweise bei Interessierten zu erhöhen. Dafür integrierte ich Links in meine Stories. Und siehe da: Etwa 9,2 Personen im Schnitt klickten oder tippten darauf. Zuvor waren es durchschnittlich ca. 3-4 Personen.

🤔 Eine Kooperation

Ehrlicherweise sei an dieser Stelle vorweg festgehalten, dass ich mir eine Kooperation mit diversen Herstellern der Tools, die ich verwende, vorstellen konnte. In den letzten 365 Tagen kam bisher keine Kooperation zustande. Auf Projekte bezogen entstanden allerdings andere Kooperationen. Über solche freue ich mich sogar mehr. Denn durch diese habe ich weitere, sehr engagierte Menschen kennengelernt. Ich bevorzuge lieber solche Bekanntschaften.

„Alter! Was ist denn hier plötzlich los?“

Und weil wir heute noch nicht genügend Kurven betrachtet haben, folgt hier gleich das nächste interaktive Diagramm. 😉 Der Inhalt bzw. die Aussage dessen ist allerdings weniger erfreulich, denn ich fürchte, ich bin mit diesem Phänomen nicht allein. Über den Beobachtungszeitraum habe ich mir notiert, wie häufig mir auf die ersten 20 Postings meiner For-You-Page auf Instagram ragebait-artige Beiträge angezeigt wurden. Eigentlich war diese For-You-Page ursprünglich dafür gedacht, Profile zusammen zu führen, die ähnliche Interessen und Sichtweisen vertreten. So weit die Theorie. Denn ich habe vor allem Beiträge und Reels geliked, die Konstruktives zeigen oder eine positive Message beinhalteten. Zudem habe ich mich zumeist sehr wertschätzend an Diskussionen beteiligt oder unter Beiträgen Ermunterndes kommentiert. Das Ergebnis (trotz meines konstruktiven Engagements): Eine sichtbare Erhöhung von Ragebait-Postings auf meiner For-You-Page.

👀 Es treibt mich in den Wahnsinn…

Was zur Hölle veranstaltet Instagram bzw. Meta mit seinen Algorithmen da eigentlich genau? Die letzten 365 Tage lassen mich diesbezüglich eher mit einer ziemlich miesen Vermutung und einem noch größeren Fragezeichen zurück. Was mich zusätzlich zum Nachdenken anregt: Selbst Anzeigen bzw. Werbung spielte häufig mit Ragebait. Diese habe ich selbstverständlich in meine Statistik mit einfließen lassen. Seltsam, dass selbst Unternehmen bzw. Betriebe zu einem solchen Stilmittel greifen. Wenn es denn wenigstens etwas Selbstironisches gehabt hätte. War aber leider nicht so. Eine spannende Beobachtung sei nebenbei noch erwähnt: Seitdem ich meinen Account wieder auf Privat gestellt und einzelne Profile dauerhaft verbannt habe, nimmt das mit dem Ragebait auf meiner For-You-Page wieder ein wenig ab.

Zur Info

Nachfolgend möchte ich kurz zusammenfassen, was es mit den Begriffen Ragebait und der For-You-Page auf sich hat. Klicke oder tippe bitte auf den entsprechenden Abschnitt, um dir die Erklärung des jeweiligen Begriffs anzeigen zu lassen.

Ragebait (häufig auch so geschrieben: Rage Bait) bezeichnet Inhalte, die absichtlich zugespitzt, provokant oder unfair formuliert sind. Ziel dessen ist es, Ärger, Widerspruch und viele Reaktionen auszulösen. Das funktioniert oft über polarisierende Aussagen, überdramatisierte Bildsprache oder eine Story, die bewusst aneckt. Im Kontext von Fotografie oder Reisen könnte dir zum Beispiel ein Beitrag wie Folgender angezeigt werden: „Alle machen dieselben langweiligen Sonnenuntergangsfotos“ oder „Dieser Ort ist völlig overrated!“. Nicht unbedingt, weil die Aussage ausgewogen ist, sondern weil sie Diskussionen anheizen und damit viel mehr Aufmerksamkeit generieren soll. Für einige Social-Media-Plattformen scheint die Gleichung voll aufzugehen: Mehr Interaktionen steigern die Verweildauer = mehr Zeit, um Werbung einzublenden.

Die For-You-Page ist der personalisierte Empfehlungsfeed auf Instagram, in welchem dir (theoretisch) Inhalte angezeigt werden, die der Plattform zufolge zu deinen Interessen passen. Welche Posts dort landen, hängt unter anderem davon ab, worauf du reagierst, was du anschaust und womit du interagierst. Wenn du dich für Fotografie- oder Reise-Content interessierst, bedeutet das: Ein starkes Bild, ein ungewöhnlicher Blickwinkel oder ein kurzer, nützlicher Tipp können dir angezeigt werden. Und zwar von Profilen, denen du (bisher) noch nicht folgst. Grundsätzlich ein verständliches Vorhaben von Instagram bzw. von Meta. Doch die Umsetzung dessen hat sich leider gravierend verschlechtert.

365 Tage voller Verwunderung

Also, zusammengefasst könnte man doch sagen: Läuft doch. Eigentlich. Und doch gab es ein paar Dinge, die mich davon abgeschreckt haben, meinen Instagram-Account dauerhaft als Creator-Account zu führen. Die Gründe dafür sind vielschichtig und darum werde ich diese in den folgenden Kapiteln genauer ausführen. Für mich persönlich am wichtigsten war allerdings, dass ich wieder so etwas wie eine Privatsphäre genießen und seltsame Bot-Profile von Anfang an ablehnen kann, anstatt sie erst im Nachhinein heraus zu filtern. Es reicht mir vorerst absolut aus, wenn ich die Leute erreiche, mit denen ich bereits verbunden bin.

Schaue ich hier vielleicht leicht skeptisch drein? Bilde dir selbst deine Meinung.

🫨 365 Tage lang der friendly Reminder, doch mehr Reels zu posten

Die Zeiten, dass Instagram die ideale Plattform für Fotografie wäre, ist definitiv vorbei. Man wird im Creator-Bereich, in welchem man die eigenen Kennzahlen begutachten kann, fast schon dazu gedrängt, mehr Reels zu posten, um die Reichweite zu erhöhen. Wie passt das mit meinem Vorhaben, eher ruhigeren Content bieten zu wollen, wirklich zusammen? Also fing ich an, ab Anfang 2026 zumindest ein Mal pro Woche Reels zu posten. Einfach etwas Persönlicheres, vereinzelt ein wenig Selbstironisch. Lief grundsätzlich nicht schlecht. Allerdings fiel mir auf, dass meine Reichweite bei Karussellen, in denen ich viel besser meine Arbeit und meine Gedanken präsentieren kann, drastisch zurück ging. Findet da etwa einen TikTokisierung von Instagram statt? Ich persönlich würde es echt nicht gut finden.

🥵 365 Tage auf der Jagd nach besseren Stats

Mehr Follower! Sch*** auf Likes! Steigere deine Interaktionen! Interagiere selbst mehr mit anderen Accounts! Achte darauf, wann deine Community am aktivsten ist! Die Reichweite deiner Beiträge ist wichtig! Nein, doch nicht… Achte lieber auf die Watch-Time deiner Reels – die ist absolut entscheidend! Stories sind out! Die Highlight-Icons werden eines Tages verschwinden. Also bemühe dich erst gar nicht darum, da ein so etwas wie einen eigenen Stil hineinzubringen.

Hä? Was?
Oh, Entschuldige. Ich meine: Wie bitte?

Wie soll man bei diesem Kommunikationschaos auch nur irgendwie klar kommen? Da gibt es eine für mich einfache sowie gangbare Lösung: Ich schaue auf meinen Content und filtere selbst heraus, was gut läuft und was eher nicht. Ich fange selbst an zu denken und meine eigenen Ideen einzubringen, anstatt diversen Trends hinterher zu hecheln. Und mit der Privatisierung meines Accounts habe ich einen ganz entscheidenden Schritt in Richtung Unabhängigkeit unternommen: Ich mache mich nicht von Trends abhängig, die meine Stats in die Höhe treiben sollten und die Instagram (bzw. Meta) gerade total pusht. Die Jagd nach immer besseren Statistiken auf Instagram hat damit nach 365 Tagen ein vorläufiges Ende.

🤒 Die Meta Business Suite ist ein echter Fiebertraum.

Trotz sorgfältigem Einpflegen in den Meta Business Planer wird dein Reel nicht veröffentlicht? Oder dein klar gekennzeichnetes, extra erneut über die Meta Sound Bibliothek eingefügtes, lizenzfreies Audio kurzerhand zu deinem eigenen „Original Audio“ umgelabelt? Überhaupt wird dir Musik vorgeschlagen, die du als Creator oder Business Account gar nicht erst verwenden darfst? Die Reihenfolge deiner Karusselle stimmt nicht mit der überein, die du im Planer sorgfältig eingegeben hast? Dein angegebener Standort wird kurzerhand ans andere Ende der Welt verfrachtet? Deine Caption wird nicht so angezeigt, wie du es zuvor fein säuberlich eingefügt hast? Oder die Caption erscheint überhaupt nicht?

Kennst du nicht?

Herzlichen Glückwunsch! Ehrlich jetzt! Hat dir ne Menge Falten und graue Haare erspart. Ich weiß nicht, ob die App auf bestimmten Betriebssystemen nicht so läuft, wie sie laufen sollte. Oder ob der Meta-Konzern dieses Risiko, dass kleine Accounts wie wild abgemahnt werden, bewusst in Kauf nimmt. Glaubst du nicht? Nun, wenn man YouTube intelligent nutzt, dann werden einem wirklich kluge Videos vorgeschlagen.

Wie z. B. das hier:

Oder auch das hier:

WBS LEGAL ist ein wunderbarer Kanal, klärt in einer relativ einfachen Sprache über verschiedene Sachverhalte auf und liefert gleich mal nützliche Infos zu ihren Videos. Seit ca. 8 Jahren schaue ich diese Videos gerne an und informiere mich aus einem reinen persönlichen Interesse über diverse medien- und datenschutzrechtliche Themen.

365 Tage im Creator-Account sind vorläufig genug

Die Jagd nach mehr Aufmerksamkeit und diese innere Unruhe, immer etwas optimieren zu wollen, sind vorläufig vorbei. Mit der Umstellung auf einen privaten Account kann ich wieder mehr meinem Gefühl vertrauen. Starre nicht mehr nur auf Statistiken. Kann etwas freier agieren, denken und fühlen. Vielleicht auch wieder mehr den Raum für ruhige Aufnahmen, bemerkenswerte Datenlagen und nachhaltige Entwicklungen öffnen. Bemerkenswert finde ich, dass ich diesen Widerspruch aus Planungsmöglichkeit über die Business Meta Suite und die Zeit, die vermeintlich für meine Hauptaufgaben dadurch frei werden sollte, nicht zur Gänze für mich auflösen konnte. Manchmal muss man für sich festhalten, dass nicht jeder Trend für die eigene Persönlichkeit oder fürs eigene Geschäft gemacht ist. Und das ist völlig in Ordnung.

🤑 Habe ich an der Umstellung auf ein Creator-Account verdient?

Nein. Keinen Cent. Mit der temporären Öffnung meines Instagram-Accounts habe ich weder aktiv noch passiv etwas verdient. Ich habe zwar mehr Aufmerksamkeit und Reichweite erhalten. Aber es dürfte doch weitläufig bekannt sein, dass Reichweite und öffentliche Sichtbarkeit keine einzige Rechnung begleicht. Wenn ich etwas als Unternehmerin „dazuverdient“ habe, dann höchstens die Einsicht, dass das Hinterherhecheln nach Wachstum auf Instagram nicht unbedingt das ist, was mich unternehmerisch wirklich voran bringt. Da habe ich auf anderen Plattformen oder in persönlichen Gesprächen einfach die besseren und aufbauenderen Erfahrungen gesammelt. Auch das ist eine Lehre aus den letzten 365 Tagen.

📣 Warum Englisch weiterhin eine Rolle in meinen Postings spielen wird

Ich poste schon länger als 365 Tage mehrheitlich auf Englisch. Nicht, um mich bei Menschen anzubiedern, die ohnehin nicht bei mir buchen würden. Sondern schlicht aus der Tatsache heraus, dass viele Personen, mit denen ich verbunden bin, nicht deutschsprachig sind (siehe interaktive Karte unten). Da ich ab Mai wieder vermehrt Content in Karussellen poste, werde ich wohl in den einzelnen Slides auf Deutsch posten, während die Caption im Beitrag die englische Übersetzung davon sein wird. Das habe ich schon ein paar Mal ausprobiert und es kam gut an. Die Mehrsprachigkeit ist mir wichtig und sie hilft mir häufig, Entwicklungen und Sachverhalte besser einordnen zu können. Denn mit jeder weiteren Sprache, die man spricht, erlernt man ein Stück weit Geschichte und Kulturverständnis mit. Und das wird in der heutigen Zeit mehr denn je gebraucht.

Vorläufig keine Rückkehr zum Creator-Account geplant – aber nicht gänzlich ausgeschlossen

Momentan spüre ich wieder etwas mehr innere Ruhe. Nicht, weil ich nicht mehr regelmäßig posten würde. Sondern weil ich mit einem privaten Account einfach bewusster posten kann. Wenn ich meine Reels oder Stories über die Instagram-App veröffentliche (und nicht über die Meta Business Suite), dann werden mir alle Daten und eingepflegten Musikstücke korrekt angezeigt. Muss somit keine Angst haben, dass ich damit in Teufels Küche komme. Solange für einzelne Betriebssysteme die Probleme nicht gelöst werden, die die Meta Business Suite mit sich bringt, werde ich vorläufig nicht mehr zum Creator-Account wechseln. Das heißt auch, dass sich Meta selbst die Chance nimmt, dass ich mal Werbung über ihre Social Media-Plattformen schalten könnte. Natürlich würde ich es nicht komplett ausschließen, wieder zu einem Creator-Account zu wechseln, weil es doch auch Vorteile bietet. Aber es muss sich technisch vonseiten von Meta einfach etwas tun, damit ich wieder Vertrauen in ihre Anwendungen fassen kann.

Schlagwörter1 Jahr,12 Monate,365 Tage,Creator-Account,Fotografie,Instagram,Meta Business Suite,Öffentlichkeit,Privatsphäre,selbst ist die Frau,Selbstvermarktung

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