Manchmal ergeben sich Veränderungen – und manchmal treibt man selbst persönliche Neuerungen aktiv an. So habe ich mich in diesem Sommer mit meinem Unternehmen datenbasiert selbstständig gemacht. Doch es stand, nach fast 6 Jahren, eine weitere, einschneidende Veränderung an. Für mich hieß es Abschied nehmen von meiner alten Kamera, einer Canon EOS 2000D und den dazugehörigen Objektiven, Filtern und Zubehör. Diese Kamera eröffnete mir einen anderen Zugang zur Fotografie, der mich nachhaltig prägen sollte. Mit jedem Abschied eröffnen sich allerdings neue Möglichkeiten.
Von einer treuen Begleiterin Abschied nehmen
Was habe ich es geliebt: In stressigen Zeiten einen klaren Cut vorzunehmen, mir die Kamera zu schnappen und hinauszufahren. Das zu fotografieren, was man wahrnimmt. Sich einfach mal einem komplett anderen Umfeld aussetzen. Wenig Empfang mit dem Smartphone, dafür voller Fokus auf die Umwelt um sich herum. Sich selbst dabei bewegen. Die frische Luft einatmen und dabei Tiere beobachten. Oder einfach nur die Landschaft genießen. Den Blick wieder aufs Wesentliche lenken und anschließend die Gedanken sortieren.

Ein wohlüberlegter Schritt
Vor einigen Monaten merkte ich: So gern ich diese Kamera hatte und die Objektive hierfür liebte – sie war und ist für mich auf Dauer nicht mehr zukunftsfähig. Sie war für mich ein wunderbares Einstiegsmodell in die Fotografie jenseits der Nutzung von Smartphones und Kompaktkameras. Doch im Transport war sie sperrig und schwer. Und bei der Outdoor-Fotografie fühlten sich einzelne Tiere vom Auslöse-Geräusch der Kamera irritiert… okay, gut, sie fühlten sich gestört uns suchten meist das Weite. Sollte ich mir an dieser Stelle echt nicht schönreden. Die Entscheidung, auf eine spiegellose Kamera umzusteigen, war damit gesetzt. Denn bei diesen Kameras kann man das Auslöse-Geräusch ganz abstellen oder so leise schalten, dass es fast nicht hörbar ist. Die anschließenden Fragen waren dann:
- Bleibe ich bei Canon (weil ich das „Ökosystem“ bereits gut kenne)?
- Oder nutze ich diese Möglichkeit und steige auf eine neue Marke um?
- Und vor allem: Wie haben sich meine Bedürfnisse im Hinblick der Fotografie verändert?
Abschied nehmen vom Altbekannten
Ich verglich über Monate hinweg diverse Modelle und Marken miteinander und traf die Entscheidung für eine andere Marke und damit für ein anderes fotografisches „Ökosystem“. Das ist kein endgültiger Abschied von Canon, weil ich nach wie vor von deren Qualität überzeugt bin. Doch ich wollte etwas Neues lernen und bei der Recherche kristallisierten sich zwei Modelle heraus, die in technischer Hinsicht (und im Preis-Leistungs-Verhältnis) eher meinen neuen (also veränderten) Bedürfnissen während des Fotografierens entsprachen. Also vereinbarte ich bei Digital Camera Graz einen Termin und wollte mir meine beiden Favoriten vor Ort anschauen. Meine alte Kamera mit all dem Equipment gab ich in Anzahlung – denn sie war (ist) noch voll funktionsfähig und vielleicht für den oder die nächste Fotografie-Einsteiger:in eine Inspiration. Grundsätzlich würde ich mir gut überlegen, ob ich einzelnes Equipment für die Kamera wirklich über uns bekannte große Online-Anbieter bestellen würde. Denn regelmäßige Recherchen haben mir gezeigt, dass diese meistens sogar etwas teurer sind, als mein Fachberater oder (Groß-)Händler aus meiner Region.
Die Neue in meinem Leben
Bevor ich die Auflösung meiner Entscheidung bekannt gebe, möchte ich hier noch ein paar persönliche Worte mitgeben. Wenn ich bei einem familiengeführten Fotografie-Betrieb seid, dort die Beratung wahrnehmt – dann tut ihnen bitte den Gefallen, und kauft die Kamera (oder was auch immer) direkt vor Ort. Das stärkt die wirtschaftliche Vielfalt und sichert Arbeitsplätze vor Ort ab. Nebenbei habt ihr ein paar nette Gespräche mit den Verkäufer:innen und Berater:innen vor Ort, könnt deren persönliche Erfahrungen und Einschätzungen erfragen, diverse Kameras vor Ort in die Hand nehmen und austesten. Zur Auflösung: Nach einer sehr guten Beratung entschied ich mich letztlich für die Fujifilm X-M5. Die Entscheidung war denkbar knapp – doch diese Kamera reichte, vor allem in den technischen Belangen, etwas näher an meinen Bedürfnissen heran.

Von alten Strukturen Abschied nehmen
In den letzten Monaten hat sich sehr viel in meinem Leben getan, weil ich einige Veränderungen selbst angetrieben habe. So manches Erlebnis war mir eine Lehre (und ich hätte, in dieser Primitivität und in genau jener Härte, äußerst gerne darauf verzichtet). Somit ist mein persönliches Fazit, dass ich mich von so mancher Struktur, die mich in meiner Fülle an Arbeits- und Lernwillen nicht wahrnehmen will, lösen werde. Lange Zeit meines Lebens habe ich versucht, es so vielen Menschen wie möglich recht zu machen. Zu lange. Darum werde ich auch nicht mehr everybody’s darling sein. Stattdessen möchte ich all jenen Personen den Respekt erweisen, die unsere Gesellschaft tatsächlich am Laufen halten. Die mit Leidenschaft und Hingabe bei der Sache sind und das Arbeiten nicht als notwendiges Übel erachten. Und schließlich all jene respektieren, die mich auch wirklich respektieren. Alle anderen sind mir egal bzw. spielen in meiner Gegenwart und Zukunft keine Rolle mehr. In besonders belastenden Fällen behalte ich es mir vor, den Fall in professionelle Hände zu outsourcen. Es wird Zeit für neue Strukturen…